Kostenloser Download des Adobe Reader zum Öffnen der PDF-Dateien

09.06.2009 11:49 Alter: 3 yrs

Bonn: Müllverbrennung bedroht Recycling

Geschrieben am Dienstag 9 Juni 2009

Überkapazitäten lassen Verbrennungspreise purzeln

(Bonner Presseblog) - Bonn: Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. warnt vor deutlichen Überkapazitäten bei den Müllverbrennungsanlagen in Deutschland. Das bedrohe den Recyclingmarkt, machte bvse-Präsident Burkhard Landers deutlich.

Diese Überkapazitäten verursachen deutlich fallende Verbrennungspreise. Das sei eine „sehr ernste Fehlentwicklung“, die die stoffliche Verwertung zunehmend ausbremse. Verursacht durch die Weltwirtschaftskrise sei die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen momentan gering und die Preise im Keller. Dadurch geraten die Recyclingunternehmen erheblich unter Druck.

Insgesamt fallen zudem weniger Abfälle an, weil Industrieproduktion und Konsum zurückgehen. Das lässt auch die Preise für die Müllverbrennung fallen. Landers: „Wir sind jetzt auf einem Niveau von 80 bis 90 Euro/Tonne für die thermische Verwertung von Abfällen.“ Die Sortierung von Gewerbemischabfällen oder die Aufbereitung hochwertiger Ersatzbrennstoffe für den Einsatz in echten effizienten thermischen Prozessen lohne sich unter diesen Umständen oftmals nicht mehr.

Das aber widerspreche, so der bvse, allen Vorgaben zur Nachhaltigkeit, ist eine Verschwendung des hohen Nutzpotentials von Sekundärrohstoffen und gefährdet Deutschland als Industriestandort. „Kurzfristige Krisen dürfen nicht dazu führen, dass die Strukturen in Gefahr geraten, die die Versorgung der Industrie mit Sekundärrohstoffen gewährleisten. Wenn die Zukunftsfähigkeit der Industrieproduktion in Deutschland und Europa gesichert werden soll“, betonte der bvse-Präsident, „müsse diese Fehlentwicklung daher schnellstens gestoppt werden.“

Momentan verschärft sich aber die Situation. Nach Informationen des Verbandes soll bei einer Reihe von bestehenden Müllverbrennungsanlagen die Verbrennungskapazität sogar aufgestockt, alte Müllverbrennungsanlagen generalüberholt werden und neue Müllverbrennungsanlagen in Planung sein. Sollten diese Planungen, es ist die Rede von 10-15 Projekten, Wirklichkeit werden, stiegen die Überkapazitäten noch weiter an.

Der bvse fordert daher im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen, alte Anlagen vom Netz zu nehmen, sie nicht zu ersetzen und keinen Zubau an Verbrennungskapazitäten zuzulassen.

Jörg Lacher
Leiter Politik und Kommunikation
bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Hohe Str. 73
53119 Bonn
Tel.: 0228/98849-27
Fax: 0228/98849-99
E-Mail: lacher@bvse.de



Keine Anmerkungen

Anmerkung hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*





*
*