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Glossar:

 

Deinking-Schlamm (ausgesprochen De-inking-Schlamm)

 

Deinking Schlämme sind diejenigen Schlämme, die entstehen, wenn die Druckfarbe (engl. Ink) bei der Verarbeitung des Altpapiers aus dem Papier gelöst wird. Wie viel Schadstoffe diese Schlämme enthalten, hängt einerseits von dem Schadstoffgehalt der Farben ab, andererseits von den chemischen Substanzen, die die Farben aus dem Papier lösen.

 

 

Bioschlamm

 

Die Fa. Lang bezeichnet in ihren Unterlagen den Klärschlamm, der in ihrem Werk anfällt, als „Bioschlamm“. Es handelt sich hierbei um Klärschlamm aus einem Industriebetrieb und es bleibt unerfindlich, wie der zum dem Prädikat „Bio“ kommt.

 

Ersatzbrennstoffe

 

Als Ersatzbrennstoffe bezeichnet man gern Abfälle, die in Heizkraftwerken verbrannt werden sollen. Im Kreislaufwirtschaftsgesetz ist von „Abfällen als Ersatzbrennstoff“ die Rede und von den Bedingungen, unter denen Abfälle verbrannt werden können. Die Fa. Lang hat in ihrer Planungen die Verbrennung von Plastik und Holzabfällen und sonstigen Abfällen vorgesehen. Die verschiedenen Ersatzbrennstoffe sollen zu einem gut brennbaren Mix zusammengemischt werden, das man auf gut deutsch als Müll bezeichnen kann.

 

Fangstoffe

 

Fangstoffe sind kleinste Papierfasern, die nicht mehr zur Herstellung von Recycling-Papier bzw. Zeitungsdruckpapier verwendet werden können, wie die Papierfaser zu kurz ist. Sie werden vielfach – auch von der Fa. Lang – an Ziegeleien geliefert, die sie dem Ton bei der Ziegelherstellung beimischen.

 

Filter

 

Die Filter, die bei der Verbrennung von Müll erforderlich sind, haben mit den Filtern der Zigaretten nur gemeinsam, dass die nicht alle Schadstoffe zurückhalten. Im übrigen nehmen sie im Gegensatz zu Zigarettenfiltern Schadstoffe nicht nur in einem mehr oder minder dichtem Gewebe auf, sondern müssen so konstruiert werden, dass ganz verschiedenartige Schadstoffe und Gifte zurückgehalten werden. Dies geschieht, indem man unterschiedliche Verfahren zum Zurückhalten der einzelnen Stoffe hintereinander schaltet. Was dabei entsteht, ist ein Bauwerk, das oftmals größer ist, als die Verbrennungsanlage selbst. Dort soll in den einzelnen Stufen das, was dem Kamin entsteigt, von Schadstoffen gereinigt werden.

 

Die Problematik dieser Anlagen ist:

* Sie sind teuer und damit wächst die Neigung der Betreiber, an ihnen auf Kosten unserer Umwelt und Gesundheit zu sparen.

* Die Schadstoffe und Gifte, die zurückgehalten werden, kann man nur als Sondermüll betrachten.

 

Heizkraftwerk

 

Als Heizkraftwerk bezeichnet man ein Kraftwerk, das die Energieausbeute dadurch verbessert, dass es neben der elektrischen Energie auch die anfallende Wärme nutzt (Kraft-Wärme-Kopplung). Deshalb werden solche Anlagen allgemein positiv bewertet. Entscheidend für die Bewertung ist aber nicht allein die Energieausbeute, es geht auch um den Brennstoff mit dem der Betreiber arbeitet und die damit verbundenen Emissionen, d. h. die Umweltbelastung. Die Kritik am Heizkraftwerk der Fa. Lang entzündet sich nicht an der Kraft-Wärme-Kopplung, sondern an dem Brennstoff (Plastik, Holz, sonstige Abfälle).

 

Müllverbrennung

 

Mit dem Begriff „Müllverbrennung“ verbindet jeder die Vorstellung von gefährlicher Luftverschmutzung durch schwer zurückhaltbare und oft schwer nachweisbare Schadstoffe und Gifte. Deswegen sprechen Betreiber von Müllverbrennungsanlagen lieber von Heizkraftwerken, wenn sie Anlagen bauen, in denen man Energie gewinnt. Damit betonen sie den guten Zweck dieser Öfen, verschweigen aber die bedrohlichen Nebenwirkungen. Gern betont die Fa. Lang, dass es sich bei dem Brennmaterial für ihr geplantes Kraftwerk um sortierte Abfälle handelt. Doch dieser Aspekt speilt kaum eine Rolle, wenn man daran denkt, dass die Abfälle mit dem ebenfalls zur Verbrennung vorgesehenen Klärschlamm wieder zu einem neuen Müllmix zusammengemischt werden, bevor sie in den Ofen kommen.

In Anlagen, in denen Müll verbrannt wird, findet Müllverbrennung statt.

 

Qualitätskontrolle

 

Der Brennstoffmix aus Holzresten, Plastikmaterial, Verbundstoffen und sonstigen Abfällen, der im Kessel für Ersatzbrennstoffe verbrannt werden sollen, setze sich – so versicherte die Firma Lang – aus „genau vorgegebenen Stoffen“ zusammen und werden „kontinuierlich geprüft“. In den vor Jahresfrist vorgelegten Planungen der Firma war diese kontinuierliche Kontrolle lediglich angekündigt worden. Eine Darstellung des Kontrollvorgangs fehlte völlig. Man darf auf die neuen Unterlagen gespannt sein. Die Frage, wie „sonstige Abfälle“, als „genau vorgegebene Stoffe“ bezeichnet werden können , ist dabei nur eine von den Fragen, die zu klären sind.

 

Reststoffe

 

Als Reststoffe bezeichnet die Fa. Lang Spuckstoffe, Fangstoffe, Deinkingschlämme, sog. „Bioschlämme“, das sind Klärschlämme aus der Papierproduktion.

In Ettringen sollen nicht nur diese Reststoffe aus der Produktion der Fa. Lang verbrannt werden, sondern auch die von anderen Werken der Myllykoski Gruppe. Diese letzteren Reststoffe sind also nichts anderes als Industrieabfälle, die nach Ettringen gebracht werden.

 

Schadstoffe

 

Schadstoffe nennt man gemeinhin alle Stoffe, die Umwelt und Gesundheit belasten. Die Abgrenzung zu Giften ist fließend., die Wirkung auf den Organismus vom Gesundheitszustand dessen abhängig, der die Stoffe aufnimmt.

Bei der Verbrennung von Ersatzbrennstoffen werden nicht nur Stoffe freigesetzt, die im Brennstoff enthalten sind, sondern es entstehen auch durch die Verbrennung neuen Schadstoffe und darüberhinaus hochgiftige Verbindungen, wie Dioxine und Furane. Als Transporteure der Schadstoffe aus Verbrennungen dienen unter anderem Feinstäube, die mühelos einfache Filter passieren und ihre Fracht in die Umgebung tragen können.

 

Spuckstoffe

 

Als Spuckstoffe bezeichnet man diejenigen Stoffe, die bei der Verarbeitung von Altpapier zu Tage kommen. Das können in Magazine und Zeitschriften eingeklebte Werbeträger aus Plastikmaterial oder CD’s sein, aber auch die unterschiedlichsten Gegenstände, die irrtümlich oder mutwillig in Papiercontainer gelandet sind. Die Fa. Lang rechnete bisher für ihr Werk mit ca. 8.000 t Spuckstoffen pro Jahr, die als Müll in der Anlage zu verbrennen wären. Sie will die Spuckstoffe zerkleinern. Dadurch sind die besser zu verbrennen, aber sie sind in ihrer Substanz nicht verändert.

 

Störstoffe

 

Bei Störstoffen handelt es sich um Stoffe, die den Betrieb der Anlage stören, etwas zu schwere oder sperrige Teile im Abfallmix. Für die Belastung der Umwelt haben sie wenig Bedeutung, und wenn die Firma sie aussortiert, tut sie das aus verständlichem Eigeninteresse. Die Umweltbelastung geht von der chemischen Reaktion der verbrannten Abfälle aus. Die kann auch ganz ohne Störstoffe ablaufen und die Umwelt stören.

Störstoffe stören also den Betrieb der Anlage, aber nicht unbedingt die Umwelt.