Der Unrat der Camorra
Plastiksäcke, prall gefüllt mit Unrat, bedeckten Neapels Piazza del Plebiscito. In den Vorstädten wucherten Müllhaufen wie Geschwüre die Ausfallstraßen entlang, nachts lag der Pesthauch abgefackelter Halden über den Häusern. Jeden Tag kamen über 1100 Tonnen Abfall hinzu.
Der Müll musste weg. Aber wie? Und wohin? Das war die Frage, die Lorenzo Miracle umtrieb, den Manager einer italienischen Logistikfirma.
Blitzblank sah es im sächsischen Großpösna aus, wo die Zentraldeponie Cröbern steht; ein Monument deutscher Gründlichkeit, mindestens 100 Millionen Euro teuer, mit Sickerwasserpolder und Schönungsteich; eine der leistungsfähigsten Anlagen Europas, eine Müllkippe fürs 21. Jahrhundert.
Aber wohl überdimensioniert. Denn die Sachsen machten nicht genügend Dreck. Müll musste her. Aber von wem? Das war das Problem von Konrad Doruch, dem Chef-Akquisiteur der Deponie.
Und so fanden Signore Miracle und Herr Doruch zusammen. Fast täglich ließen sie ab April 2007 Güterzüge mit Müll aus Neapel nach Großpösna fahren.
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Wer garantiert, daß die Fa. Lang nicht ebenfalls mit solchen Tricks diverse giftige Stoffe verbrennen wird? Lang will ja bekanntlich keine Eingangskontrolle des Mülls vornehmen lassen. Und die Billigstfilter halten sowieso kaum etwas von dem Gift zurück, der bei der Verbrennung entsteht.
Besorgt um unser Gesundheit:
Günther.
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