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07.09.2011 16:47 Alter: 254 days

alle Fragen offen…

Modell der geplanten Müllverbrennung

Wie erwartet hat die Konzernmutter von Lang-Papier Anfang September die Katze aus dem Sack gelassen und bedauerlicher Weise für das Ettringer Werk eine ungewisse Zukunft prognostiziert. Leider sind die Verantwortlichen mit keinem Wort auf die offensichtlich nach wie vor geplante Müllverbrennung eingegangen. Wie bereits bei Myllykoski gehabt, sind auch den neuen Eigentümern die Sorgen und Ängste der Bevölkerung um ihre Gesundheit offensichtlich gleichgültig, wenn es um den Profit geht.

Die vom Management beschlossene Stilllegung einer Produktionslinie (PM3) hat jedoch gravierende Auswirkungen auf einige Positionen im Genehmigungsbeschluss des Landratsamtes:

  • Durch den Wegfall der veralteten PM3 verringert sich der Energiebedarf der gesamten Produktion um etwa 1/3. Als Begründung für den Genehmigungsantrag zum Bau der Müllverbrennung wurde aber die Sicherstellung des steigenden Energiebedarfs in der Produktion angeführt. Diese Argumentation erscheint nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht mehr stichhaltig.

  • Außerdem reduziert sich durch den Wegfall der PM3 der Anteil der im Genehmigungsbeschluss angegebenen werksinternen Abfälle um gleichfalls 1/3. Die Anlage würde in diesem Falle weit unter der vorgesehenen Leistung von 55 MW laufen. Viel wahrscheinlicher aber ist, dass die wegfallenden internen Abfälle durch einen erhöhten Anteil von nicht näher definiertem Müll ersetz werden.

  • Dies hat zur Folge, dass die im Genehmigungsbeschluss festgelegte -ohnehin schon fehlerhafte- Immissionsprognose noch fragwürdiger erscheint. Durch die Anfuhr der zusätzlichen externen Verbrennungsmasse (ca. 100.000 Tonnen/Jahr) wird der Schwerlastverkehr die im Genehmigungsbeschluss genannte Verkehrsbelastung drastisch übersteigen.

Betrachtet man die nun von UPM eingeleitete Entwicklung insgesamt und auf die Zukunft bezogen, könnten diejenigen Kritiker recht behalten, die von Anfang an behaupteten, dass am Ende der Entwicklung die zweitgrößte Müllverbrennung Bayerns in Betrieb geht, -mit einer nicht nennenswerten Papierproduktion als Alibi-Betrieb. 

Die BI wird diese Entwicklung nicht tatenlos hinnehmen. Die neuen Fakten und die entsprechenden Schlussfolgerungen wurden bereits den Gutachtern und Anwälten zugeleitet, damit sie in das laufende Gerichtsverfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingebracht werden können.

C. Fiber



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