Dioxine, Papierherstellung und die Abfallverbrennung
Dioxine gehören zur Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe, man kennt 210 chemische Varianten, in unterschiedlichen Giftigkeitsstufen.
Das Seveso-Gift ist auch ein Dioxin.
Dioxine lagern sich im menschlichen Fettgewebe ab; die Halbwertzeit im menschlichen Körper beträgt im günstigsten Fall sieben Jahre, in vielen Fällen aber 20 Jahre. Dioxin ist nachweislich hoch kanzerogen.
Dioxine treten unerlaubter Weise immer wieder in Lebensmitteln auf; kürzlich in Futter für Legehühner, somit waren die Hühnereier dioxinverseucht. Wie kommt das?
Bei der Herstellung von Tierfutter werden unter Anderem auch Fette verwendet, im vorliegenden Fall war es allerdings dioxinhaltige Fettsäure aus der Herstellung von Bio-Dieselkraftstoffen. Technische Fette sind billiger als die vorgeschriebenen Futtermittelfette. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem aktuellen Fall.
Dioxine entstehen außerdem bei der Papierherstellung beim Bleichen von Zellstoff-Rohstoffen mit Chlor u. Natronlauge.
Nicht benötigtes Restpapier wird verbrannt, auch Lang verbrennt seine Restpapiere.
Dies ist aber nur ein Teil des Dioxineintrages in die Atmosphäre.
Die übrigen Anteile entstehen z.B. bei der Verbrennung Kunststoffen. Bei der von Lang geplanten und vom Landratsamt genehmigten Abfallverbrennungsanlage soll keine Kontrolle des angelieferten Mülls geschehen, somit können sämtliche Materialien, bei deren Verbrennung Dioxine entstehen, direkt der Verfeuerung zugeführt werden.
In der Summe ergibt sich somit bei Lang ein nicht unerhebliches Potential an Dioxinen. Sie treten mit den Abgasen und insbesondere mit den Feinstäuben in die Umwelt aus.
Nun können solche Gifte in Müllverbrennungsanlagen mehr oder weniger erfolgreich entfernt werden. Die verschiedenen Verfahren sind Stand der Technik und heutzutage üblich. Die Grenzwerte sind im Bundes-Immissions-Schutzgesetz festgeschrieben.
Die Abgasreinigung, die in der Augsburger Müllverbrennungsanlage durchgeführt wird, umfasst folgende Schritte und ist Stand der Technik:
- Elektrofilter: hier werden die Stäube durch elektrostatische Felder abgeschieden. Lang verzichtet jedoch aus Kostengründen auf diese Möglichkeit.
- Saure Rauchgaswäsche und
- Neutrale Rauchgaswäsche
Bei 2. und 3. werden die feinen, giftigen Stäube ausgewaschen. Doch auch auf dieses Verfahren verzichtet Lang aus Gründen der Profitmaximierung. - Entstickungsanlage: dabei wird ätzendes Ammoniak in Stickstoff und Wasser umgewandelt. Von Lang ebenfalls eingespart
- Aktivkohlefilter: damit werden Dioxine, Quecksilber und andere Schwermetalle entfernt. Dringend nötig, Lang spart sich diese Maßnahme auf Kosten der Gesundheit der Anwohner.
Wohlgemerkt: die Augsburger Müllverbrennungsanlage hat diese Verfahren im Einsatz.
Lang setzt auf einfache Trockenfilter. Diese sind billig, aber nur bedingt in der Lage Feinststäube abzuhalten. Giftige chemische Verbindungen wie Dioxine werden erst durch Aktivkohlefilter (siehe Punkt 5) abgefangen, diese sind in den meisten Müllverbrennungsanlagen eingebaut und wirksam. In der geplanten Anlage von Lang sind diese aus Kostengründen nicht vorgesehen. Zu der riesigen Menge an Quecksilber, die Lang ausstoßen wird, siehe unseren Beitrag vom Dezember.
Gegen die betroffenen Bürger hat das LRA nur das unbedingt nötigste, niedrigste Niveau der Abgasreinigung genehmigt.
Sogar unsere Forderung nach einer kontinuierlichen Messung von Dioxinen und Furanen (das so genannte AMESA-Verfahren, in Belgien und Holland üblich, auch in der Würzburger Müllverbrennungsanlage installiert), wurde vom LRA abgelehnt, mit der Begründung, dies sei zwar technisch möglich, vom Gesetzgeber aber nicht zwingend gefordert.
Das kann alles doch so nicht weitergehen.
Ist schon grotesk, alles zu verharmlosen und dann doch insgeheim sich und die eigene Familie vor der schleichenden Vergiftung schützen zu wollen.
Guten Appetit weiterhin, Herr Werkleiter!
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