Markstein
Seit der Gründung des Vereins im Frühjahr 2008 war das Engagement unserer Mitstreiter weitestgehend an den Widerstand gegen die Abfallverbrennung in Ettringen gebunden. Andere mögliche umweltbezogene Aktivitäten mussten aus Zeitgründen zurückgestellt werden.
Umso erfreulicher ist es, dass wir nun Anregungen und Vorschläge unserer Mitglieder und Freunde aufgreifen können, um an einer positiven Entwicklung von Lebensqualität und Umweltschutz in unserer Region mitzuwirken.
Für ein naturnahes Flurstück zwischen Ettringen und Gennach, welches sich im Eigentum eines unserer Mitstreiter befindet, hat das „Gesunde Wertachtal“ eine Art Partnerschaft übernommen. Wir werden die ökologische Aufwertung dieser Fläche zum Biotop landschaftspflegerisch begleiten.
Die Montagsrunde hat sich am vergangenen Samstag auf diesem Gelände getroffen, um dort einige Bäume zu pflanzen. Die Pflanzung ist als Markstein gedacht für den erfolgreichen Einsatz des Vereins für Gesundheit und Umwelt und als Hinweis darauf, dass konsequenter solidarischer Widerstand von Bürgern auch in schier aussichtslosen Situationen zum Erfolg führen kann.
Die aus vier Exemplaren bestehende Baumgruppe ist auch den vier Mitstreitern der Privatklägergruppe des Vereins gewidmet, die durch ihre Zivilcourage die Klageerhebung möglich gemacht und somit definitiv den Bau der Abfallverbrennung verhindert haben.
Die eingesetzten Bäume haben wir nach ihrer ökologischen und kulturhistorischen Bedeutung ausgewählt:
- Der Holzapfel ist die Urform aller europäischen Kulturapfelsorten, welche seit der jüngeren Steinzeit gezüchtet wurden. In der Frühzeit auf dem Speiseplan unserer Vorfahren ist der Holzapfel heute Herbst- und Winternahrung für Insekten, Vögel und Säugetiere.
- Bereits bei Hypokrates erwähnt gelten Blätter und Früchte der Eberesche (Vogelbeere) bis in die heutige Zeit als Heil- und Konservierungsmittel. Blätter und Zweige wurden früher getrocknet dem Viehfutter beigemischt. Zahlreiche Tierarten machen sich durch den Verzehr der Beeren winterfest.
- Die Elsbeere wurde als Baum des Jahres 2011 ausgewählt. Die Bestände sind stark dezimiert, weil sich das dichte, zähe Holz besonders zum Bau von Musikinstrumenten eignet.
Im Hinblick auf den durch den Klimawandel nötigen Waldumbau kommt der Elsbeere eine besondere Bedeutung zu. Sie verträgt höhere Durchschnittstemperaturen und kann längere Trockenperioden überstehen ohne Schaden zu nehmen. Die tiefer gehende, weit verzweigte Bewurzelung macht sie widerstandsfähig gegen Sturmereignisse. Deswegen wir sie als Waldsaumbepflanzung erhebliche Bedeutung erlangen. - Zum Baum des Jahres 2012 wurde die Lärche ebenfalls im Hinblick auf den Klimawandel bestimmt. Auch sie verträgt höhere Durchschnittstemperaturen und längere Trockenphasen. Die tiefe Bewurzelung und das zähe Stammholz reduzieren die Windwurfanfälligkeit. Als sommergrüner Baum mit lockerer Krone eignet sie sich besonders für Mischwaldanpflanzungen.
Wir laden alle unsere Freunde ein, bei einem gelegentlichen Spaziergang unsere Pflanzung zu besuchen.

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